Verkehr und Wohnen

ÜBERBAUUNGSORDNUNG STÖCKACKERSTRASSE 33 / LADENWANDWEG

Die SP Bümpliz/ Bethlehem unterstützt die Grundsätze und Ziele der Planungsvorlage. Entscheidend für unsere positive Haltung ist, dass neben Arbeits- und Dienstleistungsnutzung auch eine Wohnungsnutzung vorgesehen ist, die angestrebten publikumsorientierten Nutzungen und die Vorgaben zur Aussenraumgestaltung sowie die Durchlässigkeit des Areals.

Mitwirkung der SP Bümpliz/Bethlehem

DIREKTE BUSVERBINDUNG VON BÜMPLIZ BIS NEUFELD GEFORDERT

Nach der Forderung nach guten ÖV-Verbindungen in Oberbottigen und Riedbach, fordert die SP per Motion auch die Lücke im städtischen Liniennetz mit einer direkten Busverbindung Kleefeld-Neufeld zu schliessen.

Bereits im Februar reichte Stadträtin Ladina Kirchen die Motion «Bessere öV-Erschliessung des Westens» (Geschäfts-Nr. 2019.SR.000043) ein und forderte den Gemeinderat auf, die Bus- und Bahnverbindungen für Oberbottigen und Riedbach zu verbessern, indem der Takt zu Spitzenzeiten verdichtet wird. Ebenfalls wird eine direkte Verbindung von Oberbottigen zum Einkaufs- und Freizeitzentrum Westside in Brünnen gefordert. Weiter soll ein Rundkurs Brünnen, Buech, Riedbach, Oberbottigen, Bümpliz, Brünnen geprüft werden.

Seither wurden auch die Lücken im städtischen Liniennetzt näher betrachtet. Nach einer vielversprechenden Abklärung durch die Arbeitsgruppe Planung und Verkehr der SP Bümpliz/Bethlehem und Stadtrat Timur Akçasayar wurde die dringliche Motion «Neue Tangentialbuslinie Bern Nordwest» (Geschäfts-Nr. 2019.SR.000057) eingereicht. Der Gemeinderat soll beauftragt werden, sich beim Kanton und der Regionalkonferenz Bern-Mittelland für eine rasche Einführung einer neuen Buslinie „Kleefeld-Neufeld“ im Viertelstundentakt einzusetzen und den Versuchsbetrieb aktiv zu unterstützen. Mit der Linienführung würden zusätzlich die Bahnstrasse und das Krematorium erschlossen.

Die bevölkerungsstarken Quartiere in der Länggasse und Neufeld werden ebenso von der neuen Linie profitieren. Die bevorstehende Realisierung des ESP Ausserholligen-Weyermannshaus und die Planung Viererfeld-Mittelfeld erhöhen die Nachfrage im erwähnten Korridor. So könnte die Buslinie Nordwest auch das neue Quartier und die neue Schwimmhalle per öV zugänglich machen. Sobald das neue Quartier auf dem Viererfeld realisiert wurde, soll der Bus vom Neufeld bis ins Tiefenau verlängert werden.

Inhalt der Motion

WIDERSTAND GEGEN KAPPUNG DER DURCHMESSERLINIE TRAM 7 BÜMPLIZ

Die SP Bümpliz/Bethlehem wehrt sich gegen den Vorschlag des Kantons mit dem Bau des länggasstrams die heutige Tramlinie 7 von Bümpliz nur noch bis zum Bahnhof zu führen.

Auch die SP Bümpliz/Bethlehem begrüsst den weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs in der Stadt Bern. Die ZMB Länggasse – Wyler beschränkt sich aber in der Beurteilung leider nur auf die zwei Korridore Länggasse und Wyler, obwohl sich das Resultat auf das Tramnetz der ganzen Stadt auswirkt. Wegen der ungleichen Anzahl Tramäste auf beiden Seiten der Altstadt soll die Linie 7 am Bahnhof wenden. Diese Planung widerspricht dabei allen städtischen Planungen. Entlang der Traminie 7 werden im Gegensatz zur heutigen Trolleylinie 12 in den nächsten Jahren zahlreiche Areale entwickelt: Meinen, Mutachstrasse, KVA-Warmbächli, Bahnstrasse, Gangloff, Bernstrasse, Mädergut, Winterhalde und Stadterweiterung West. Bereits heute ist das Tram die wichtigste Verbindung von Bümpliz in die Innenstadt. 

Die Kappung der Durchmesserlinie 7 Bümpliz-Ostring ist ein unnötiger Kapazitätsabbau. Die heutige Anordnung der Haltestellen und Wendekreise bei Bahnhof, Schwanengasse und Hirschengraben sind einer solchen Verlagerung nicht gewachsen, wie Erfahrungen bei zeitlich begrenzten Unterbrüchen der Linien 7 und 8 (zB am Zibelemärit, bei Sanierungen, Kundgebungen) beweisen. Eine Kappung der Linie 7 würde auch die bereits ausgelastete Linie 8 zusätzlich strapazieren. 

Zu erwähnen ist auch die wichtige Funktion der Linie 7 bei der Erschliessung der westlichsten Wohngebiete wie Oberbottigen über den Umsteigepunkt an der Haltestelle Bachmätteli (Anschluss Buslinie 32). ÖV Verbindungen innerhalb des Gemeindegebiets mit mehr als einem Umstieg bis zur Achse Casinoplatz-Kornhausplatz sind für die Bevölkerung nicht zumutbar. Die Rückstufung der Tramlinie 7 erschwert langfristig auch eine Erweiterung in zukünftige Gebiete der Stadterweiterung wie Kleefeld, Niederwangen und Ried. Die Wangenmatt (Gemeinde Köniz) bietet nebst der neuen Polizeizentrale zusätzlich Platz für ein Tramdepot wie es Bernmobil plant.

UMGESTALUNG DER BRÜNNENSTRASSE/BÜMPLIZSTRASSE UNGENÜGEND

Für FussgängerInnen und VelofahrerInnen ist die geplante Umgestaltung eine Verschlechterung. Die SP Bümpliz/Bethlehem wehrt sich gegen die geplante Umgestaltung der Kreuzung Brünnenstrasse/Bümplizstrasse mit einer Einsprache. Die Bevölkerung wurde zudem im Planungsprozess nicht berücksichtigt.

Nicht nur für die FussgängerInnen, sondern auch für die VelofahrerInnen ist die geplante Umgestaltung eine Verschlechterung. Obwohl die Bümplizstrasse eine wichtige Veloroute quer durch unseren Stadtteil und zum Einkaufszentrum ist, sieht das Baugesuch für die VelofahrerInnen keine Massnah-men vor. Das Queren der Brünnenstrasse von der Fussgängerzone und auch von der Bümplizstrasse her wird neu für sie schwierig und gefährlich.

Der Fussgängerübergang vor der Kantonalbank ist zudem Schulweg zum Dorfschulhaus und viele Eltern instruieren ihre Kinder die Brünnenstrasse dort sicher zu überqueren. Durch das Bauvorhaben wird die Bümplizstrasse nun auf Kosten der FussgängerInnen verbreitert. Dies fördert unnötig die Durchfahrt von Lastwagen.

Befremdend ist auch die fehlende Einbindung der Quartierbevölkerung durch das Stadtplanungsamt. Die Planung sah ursprünglich eine Aufwertung dieses Bereichs vor. Alleebäume und eine Begegnungszone zwischen Buchdruckerweg, der Kreuzung und der Cedernstrasse wurden erwogen. Eine Verkehrsführung mit Kreisel wurde diskutiert. Mit dem Bauvorhaben werden diese Absichten still begraben und die bereits verschobene Umgestaltung südlich der Cedernstrasse ausser Acht gelassen.

MOTION ZUM AUSBAU DES VELOVERLEIHSYSTEMS AUF STÄDTISCHEM GEBIET

Velostationen für alle statt bei wenigen – Motion von Ladina Kirchen, Stadträtin SP aus Oberbottigen

Mit Beschluss vom 19. Oktober 2017 hat der Stadtrat dem Realisierungskredit von CHF 1.88 Mio. und damit der Einführung eines öffentlichen Veloverleihsystems (VVS) für die Stadt Bern zugestimmt. Nach dem aktuellen Zeitplan ist vorgesehen, den Betrieb im Frühling 2018 aufzunehmen. Die erste Etappe wird rund 100 Ausleihstationen auf Stadtgebiet und 1200 Velos umfassen. Nach dem ersten Betriebsjahr soll das VVS auf 160 Ausleihstationen mit 1960 Velos erweitert werden. Der weitere Ausbau wird zu einer Verdichtung des Netzes der Ausleihstationen auf Stadtgebiet und zu einer Ausdehnung des VVS auf Nachbargemeinden führen. Im Endausbau sind auf Stadtgebiet 200 Stationen mit 2400 Velos geplant. 

Das ausgearbeitete Standortkonzept für die Ausleihstationen umfasst 171 Stationen, 157 davon auf Strassenparzellen der Stadt Bern. Gemäss Vortrag des Gemeinderats vom 7. Juni 2017 sind die Ausleihstationen räumlich so gut verteilt, dass das gesamte Stadtgebiet abgedeckt ist und sie bieten Platz zum Abstellen von gut 1900 Fahrrädern. Wirft man einen näheren Blick auf das Standortkonzept, so fällt jedoch auf, dass westlich der Tramendstationen Brünnen und Bümpliz keine einzige Ausleihstation geplant ist. Dies erstaunt umso mehr, als dass die eingangs erwähnten Zielsetzungen des Leistungsvertrages quasi eins zu eins übereinstimmen mit der Situation und den Bedürfnissen des ländlichen Stadtgebiets westlich von Bern-Brünnen/Bümpliz Endstation: gerade in diesem Teil des Stadtgebiets ist das öV-Angebot marginal (1/2-Stunden-Takt Riedbach-Bern [S-Bahn] bzw. Riedbach-Bümpliz [Bus]; keine direkte öV-Verbindung von Oberbottigen nach Bern Brünnen).

Der grösste Anteil der ländlichen Bevölkerung arbeitet im Stadtzentrum, ist also auf ein gut erschlossenes öV-Angebot angewiesen bzw. wäre dankbar um gute Alternativangebote wie ein Veloverleihsystem. Ein Standort sowohl in Oberbottigen als auch beim Bahnhof Riedbach könnte deshalb wesentlich dazu beitragen, dass gerade in diesen Gebieten kurze Fahrten vermehrt mit dem Fahrrad anstelle des motorisierten Verkehrs zurückgelegt werden (z.B. für tägliche Einkäufe in Bümpliz/Brünnen). Hinzu kommt, dass im Bottigenmoos gemäss der Rasenstrategie der Stadt Bern mindestens zwei Naturrasen-Fussballplätze und ein grosser multifunktionaler Rasenplatz für alle Sportarten mit Realisierungshorizont 2020-2023 geplant sind, die viel Platz benötigen. Ein zusätzlicher Standort in Oberbottigen/Bahnhof Riedbach kann auch hier wesentlich dazu beitragen, die im Zusammenhang mit der Rasenstrategie verabschiedete Planungserklärung zum auszuarbeitenden Mobilitätskonzept umzusetzen.  

Für das weitläufige Gebiet Felsenau/Tiefenau sowie für die Siedlung Wittigkofen, die immerhin rund 3000 Einwohnerinnen zählt, sind bisher ebenfalls keine Ausleihstationen vorgesehen. Aufgrund dieser Überlegungen wird der Gemeinderat aufgefordert, Verhandlungen mit der GDL (Publibike) aufzunehmen und:

1. Sich im Rahmen des gesprochenen Realisierungskredits und der noch ausstehenden Standortbestimmung für den dritten Ausbauschritt (Endausbau) dafür einzusetzen, dass der GDL spätestens im dritten Ausbauschritt an den Standorten Oberbottigen, Bahnhof Riedbach, Felsenau, Tiefenau und Wittigkofen eine Ausleihstation in Betrieb nimmt. Seite 2/2

2. Dem GDL an diesen Standorten eine städtische Strassenparzelle als Nutzungsrecht für den Aufbau einer Ausleihstation zur Verfügung zu stellen.

3. Falls an den genannten Standorten kein öffentlich-rechtliches Nutzungsrecht möglich ist, sich um Vereinbarungen mit den lokalen Eigentümerschaften zu bemühen, damit eine Ausleihstation an den genannten Standorten realisiert werden kann.

4. Sich beim GDL dafür einzusetzen, dass bis zur Bereitstellung von definitiven Standorten zur Prüfung der Wirksamkeit der Standorte Oberbottigen, Bahnhof Riedbach, Felsenau, Tiefenau und Wittigkofen temporär mobile Standorte gemäss Leistungsvereinbarung (Art. 4 Abs. 2 lit. e) aufgebaut werden. Bern, 07. Dezember 2017 

Bern, 07. Dezember 2017, eingereicht für die SP/Juso-Fraktion durch: Ladina Kirchen Abegg und Michael Sutter

Die Motion im Wortlaut finden sie hier.